Fragen und Antworten

Sehr geehrter Herr Dr. Jessen,
sehr geehrter Herr Schmidt (als Vertreter des BM),
sehr geehrte Mitglieder des Dialogforums,

mein Name ist Meike Vogel (Runder Tisch Süd2), vielen Dank, dass ich heute die Anliegen der betroffenen Menschen vortragen darf. Ich spreche nicht nur für die Bad Schwartauer Kreuz-Ritter und die betroffenen Menschen, sondern auch für die Interessen der Asklepios Kliniken und Holstein-Therme, des Vereins Haus+Grund Bad Schwartau, der Aktivgruppe Handel und Gewerbe, des Umweltbeirates und weiterer Bad Schwartauer Initiativen. Ich spreche auch im Interesse der Stadt Bad Schwartau, die die gemeinsamen Kernanliegen einstimmig über alle Parteigrenzen hinweg in Bad Schwartau beschlossen hat.

In Bad Schwartau ist eine breite Protestwelle gegen die Trassenführung durch die Stadt und das NATURA 2000 Gebiet entstanden, weil den Menschen diese Entscheidungen weder erklärt noch begründet wurden und es kein Verständnis für noch mehr Lärm, Erschütterung, Feinstaubbelastung und Staus gibt, die auch noch die Wohn,- Lebensqualität und Zukunft der Stadt und der gesamten Region zerstören werden. Längst schon (Rheintal) ist erwiesen, dass Dauerlärm zu Herz- Kreislauferkrankungen, Nierenproblemen sowie Depressionen führt!

Bad Schwartau, als Moor und Heilbad, Kurort mit dem Qualitätssiegel BAD wird dann hart betroffen sein, genau wie die Bäder an der Küste. Der Landrat von Ostholstein hat im ROV den besonderen Schutz des Tourismus als entscheidenden Wirtschaftsfaktor der Region angemahnt.
Alle Verkehrspolitiker und die Landesplanung verlangen seit Jahren eine "Senkung des Verkehrsaufkommens durch Bad Schwartau". Die Zangenbewegung von wachsendem Autoverkehr/LKW durch die FFBQ und den um 92% zunehmenden Zugverkehr (von 128 auf 254 inclusive neuerdings 78 Güterzüge mit 835 m Länge bei Tag und nachts!) beweisen das Gegenteil, nämlich eine ungebremsten Zunahme des Verkehrsaufkommens.

Im Raumordnungsverfahren (ROV) des Landes ist im Zuge der Hinterlandanbindung (HLA) eine Neubautrasse auf ca 55 von ca 80 Km in Ostholstein als Umgehung geplant. Für Ratekau, Timmendorfer Strand, Scharbeutz, Sierksdorf, Neustadt, Lensahn, Oldenburg und Großenbrode ist das beschlossen worden. Die entscheidende BEGRÜNDUNG für die UMGEHUNGSTRASSE der Landesplanerische Beurteilung lautete: den MENSCHEN an der BAHNTRASSE sind die EXTREMEN BELASTUNGEN der GÜTERZÜGE mit LÄRM, ERSCHÜTTERUNGEN und FEINSTAUB nicht ZUZUMUTEN!
Trifft das für Bad Schwartau denn nicht zu?

6 M hohe Schutzwände bedeuten keinen ausreichenden Schutz vor Lärm, da die Grenzwerte nachts überschritten werden und in einer Entfernung bis zum Riesebusch, der auch noch höher gelegen ist, gar keine Wirkung haben!

Aus diesen Gründen lehnen die Menschen in BSCH Güterzüge durch das Stadtgebiet rigoros ab! Ebenso wird die Steigerung der Zuganzahl auf einer Bestandstrasse von 1928 strikt abgelehnt. Die veraltete Technik bietet nicht den ausreichenden Schutz der Menschen vor Erschütterungen!

Wir fordern für Bad Schwartau eine TIEFERLEGUNG des GLEISKÖRPERS im Stadtbereich, und zwar mit einer DECKELUNG. Dies ist eine gängige Methode und auch im Land in Kaltenkirchen angewandt. Sie würde Lärm, Erschütterungen und Feinstaub erheblich reduzieren. Die Überdeckelung würde es ermöglichen, an der geforderten Landes-Aktion mehr „Grün in der Stadt“ teilzunehmen. Außerdem könnten teure Brückenbauwerke zur Querung der Trasse und deren Investitionen ganz oder teilweise entfallen.

Sollte eine Tieferlegung mit Deckel scheitern fordern wir eine GLEICHBEHANDLUNG zu den Orten mit geplanter Umgehungstrasse. Gleichbehandlung, indem eine Stadtumgehung der Bahntrasse samt Bau eines neuen Bahnhofes stattfindet mit Anschluss an das ÖPNV – System der Bäderorte. Brücken- oder Tunnelbauwerke würden in keiner der 5 Gleisquerungen Schwartaus mehr benötigt. (Einsparung dieser sonst anfallenden Investitionen liegt auf der Hand). Die Quelle für Erschütterungen, Lärm und Feinstaub in der Mitte der Stadt würde komplett entfallen. Lärmquellen gebündelt.

Sehr geehrter Herr Dr. Jessen,
sehr geehrte Mitglieder des Dialogforums,

Wir benennen nochmals kurz unsere beiden Forderungen:

1. Tieferlegung und Deckelung der Gleise im gesamten Stadtgebiet.

Und sollte diese Variante nicht entschieden werden, erwarten wir eine erneute Prüfung der Vorhabenträgerin von Alternativen zur Vermeidung von Belastungen im Stadtgebiet, z.B durch

2. eine Umgehungstrasse, einen neuen Bahnhof und den Anschluss an das ÖPNBV System. Dies ist genau das, was für die Bäderorte bereits geplant ist.

Wir Menschen an Autobahn und Bahntrasse haben berechtigte Zukunftsängste aufgrund der bereits heute grenzwertigen Situation und des prognostizierten steigenden Verkehrs- aufkommens durch die FFBQ. Wir hoffen, dass Sie gute Entscheidungen auf den Weg bringen und Mensch und Natur in den Mittelpunkt Ihres Handelns stellen.

Sie tragen große Verantwortung! Ich möchte nicht in der Haut der Entscheidungsträger stecken, aber möchten Sie in meiner stecken? Ich habe Verantwortung für meine Familie. Ich wohne in guter Hörweite zur Autobahn, 80 m entfernt von der Bahntrasse (meine Mitstreiter teils sogar nur 8 m entfernt) und wir werden täglich von neuem erschüttert und verlärmt!

Die BSKR und alle Unterstützer danken für Ihre Aufmerksamkeit!

Meike Vogel, Bad Schwartauer Kreuz-Ritter - 16.03.2017
Redaktion - 16.03.2017

Auf welcher Strecke soll der Güterverkehr von Lübeck nach Hamburg weiter geleitet werden? Über die herkömmliche Strecke (Reinfeld-Bad Oldesloe) oder über die östliche Strecke (über Herrnburg - Schönberg)?

HW - 16.10.2013

Der wesentliche Anteil des Güterverkehrs nach der Inbetriebnahme der FBQ wird über die Strecke über Reinfeld - Bad Oldesloe Richtung Hamburg weiterfahren. Für die Strecke über Herrnburg - Schöneberg werden im Güterverkehr mit Prognosehorizont 2025 keine wesentlichen Veränderungen erwartet. Dies entspricht der Prognose des Bundesverkehrsministeriums im Rahmen der letzten Bedarfsplanüberprüfung sowie den verkehrlichen Anforderungen der Transporteure nach durchgängig elektrischer Zugförderung, die nur dieser Weg ermöglicht.

Antwort von DB-Netz AG

- 21.10.2013

Femern A/S führt jährlich eine repräsentative Meinungsumfrage in Norddeutschland und Dänemark durch. Besteht die Möglichkeit, die Ergebnisse der Umfrage einzusehen, bzw. werden die Ergebnisse veröffentlicht?

Römer, KGBV durch die Badeorte der Lübecker Bucht - 24.05.2013

Die Ergebnisse der aktuellen Meinungsumfrage von 7. Juni 2013 sind auf unserer Webseite unter http://www.femern.de/servicemenu/presse--materialien/dokumente zu finden.

Antwort von Ulrike Schenka, Femern A/S

- 04.09.2013