Fragen und Antworten

Die Fledermausüberflughilfe auf der Höhe Großenbrode beeinträchtigt die für den Tourismus wichtige Aussicht. Hier sollte nach Alternativen (Maschendrahtzaun, Umsiedlung der Fledermäuse) gesucht werden.

Bürgersprechstunde zur 2. Dialogforumssitzung - 30.11.2011

Im Bereich der Großenbroder Lagune sowie der Aue besteht beidseitig und über die be- stehende B 207 hinweg ein Fledermausjagdgebiet mit hoher Bedeutung. Fledermäuse sind gem. der aktuellen Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes streng geschütz- te Arten, für die erhöhte gesetzliche Anforderungen in Bezug auf die Vermeidung von Be- einträchtigungen gelten. Durch den vierspurigen Ausbau verstärkt sich die Gefahr der Tö- tung von Fledermäusen (Kollisionsgefahr) in erheblichem Maß, so dass spezielle Maß- nahmen erforderlich werden.

Westlich der Großenbroder Lagune ist unter der B 207 eine Unterführung für Wild, Kleinsäuger und weitere Kleintiere vorgesehen. Diese ermöglicht auch einigen Fleder- mausarten eine gefahrlose Unterquerung der B 207. Für die vollumfängliche Funktion der Unterführung sind blickdichten Irritationsschutzwände auf dem Bauwerk und darüber hin- aus 50 m beidseitig der B 207 erforderlich.

Gleichzeitig sind für die Ortslage Großenbrode auf der Südseite der B 207 Lärmschutz- wände erforderlich.

Um die Fledermäuse im Bereich der Großenbroder Lagune sicher unter oder über die
B 207 zu führen, sind zusätzlich Leit- und Überflughilfen beidseitig der B 207 erforderlich. Im Ergebnis werden diese auf der Südseite der B 207 als Wände ausgebildet, um den Lärmschutz für die Ortslage Großenbrode zu verbessern. Auf der Nordseite werden diese Überflughilfen als Ergebnis einer Abstimmung mit der Gemeinde Großenbrode und dem Landrat des Kreises als Zäune ausgebildet, um eine Durchlässigkeit und damit den Blick der Autofahrer auf den Lagunenbereich aufrecht zu erhalten. Der Blick von der Ortslage Großenbrode auf die Lagune ist derzeit bereits aufgrund der Dammlage der B 207 nicht möglich.
Eine Umsiedelung der Fledermäuse kommt nicht in Frage, da das Fledermausjagdgebiet Teil eines Europäischen Schutzgebietes (FFH-Gebiet) ist

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Antwort von LBV-SH

- 30.11.2011

Die im Ergebnis des Raumordnungsverfahrens vorgeschlagene Trasse sieht vor, die Orte in der Lübecker Bucht vom SPNV abzuhängen.
Inwieweit wird dadurch der gesamte SPNV auf der Strecke Lübeck - Fehmarn gefährdet, so dass langfristig dessen vollständige Einstellung droht?

Ersatzweise sollen Busse eine Anbindung an die Bahn herstellen.
- Wie soll dieses Angebot konkret aussehen (Fahrtenhäufigkeit, Nutzerkosten)? Wird es zu jeder Zugfahrt an jeder Station mindestens je eine Zu- und Abbringer-Busfahrt geben?
- Welche Ersteller-Kosten werden für diese Busverkehre pro Jahr entstehen? (Für ein halbwegs adäquates Angebot dürfte mit Kosten in Höhe von weit über 1 Million Euro/Jahr zu rechnen sein.)
- Wer wird diese Kosten tragen?
- Wie wird sichergestellt, dass diese Mittel nicht an anderer Stelle "abgezwackt" werden?
- Wie und mit welcher Laufzeit gehen diese Kosten in Nutzen/Kosten-Betrachtungen ein?
- Was passiert, wenn eine etwaige Kostenübernahme durch den Bund ausläuft? Bleiben die Kosten dann an den Kommunen hängen?

Mit freundlichem Gruß

Bundesrechnungshof - 07.09.2014
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